Intro BL 07.11.2018 Lukas 5,27-32

Es empfiehlt sich den Text aus Lk 5,27-32 vorgängig zu verinnerlichen.

Jesus spricht direkt zu den selbstgerechten und Nase rümpfenden Pharisäern. Er spricht zu ihnen in der theologischen Sprache die sie verstehen. Gerechte und Sünder sind klar definierte Gruppen von Menschen. Gesunde und Kranke sind ebenso deutlich zu unterscheiden.

Die Pharisäer sassen hier nicht zu Tisch, sie beobachteten das Geschehen. Sie unterscheiden sich deutlich von der Tischgemeinschaft mit Jesus.

Jesus pflegt Gemeinschaft mit Verachteten.  Er macht keine gemeinsame Sache mit ihnen. Er hat mit ihnen nichts zu tun. Ausser die Einladung zu bringen, dass Gott sie willkommen heisst. Alle sind eingeladen, jeder muss sich selber ausladen.

Levi kommt in Bewegung, er steht vom Zoll auf und bereitet ein grosses Gastmahl zu. Er unterscheidet sich von denen die am Zoll sitzen bleiben. Die sich nicht bewegen lassen und sich nicht einladen lassen zur Gemeinschaft mit Gott.

Busse tun, heisst gegen den Strom schwimmen. Diese Menschen unterscheiden sich ganz deutlich von den andern um sie herum. Wer sich selbst für richtig und gut hält sieht nicht ein, sich anders zu verhalten. Sieht nicht ein, anders über die anderen Menschen zu denken als „ich muss mich fernhalten von denen die nicht so gut sind wie ich, sonst gehe ich unter“.

Jesus hatte keine Angst mit den verachteten zu Tisch zu sitzen und mit ihnen zu essen. Dabei ging es, nicht wie heute oft, nur um die reine Nahrungsaufnahme. Gemeinsam essen ist ein sozialer Akt. Ein Ort und eine Zeit in der über vieles geredet, gelacht, geweint, geträumt und gehofft wird.
Raum und Zeit. Auch mit den Jüngern hatte er eine solche Zeit. Das sogenannte „letzte Abendmahl“. Dort brach Jesus das Brot mit den von ihm herausgerufenen Sündern. Er hatte Gemeinschaft mit denen, die sich nicht mehr als autonome selbstbestimmende Menschen verstanden. Und bevor Jesus das Brot brach, entschied sich einer dagegen. Er wollte weiterhin autonom und selbstbestimmt mit dem Strom schwimmen.

Haben die andern alle verstanden, dass sie die Kranken sind, denen der Arzt das Brot abbricht, sein Blut im Symbol des Weines übergibt? Haben sie verstanden, dass sie diese Zeichen sichtbar miteinander teilen sollen? Der Kern, die Vergebung der Sünden, bleibt im Verborgenen des Einzelnen. Nur der Ausdruck, dass da eine Gruppe von Menschen jeder dem andern das Brot bricht und den Wein reicht, wird sichtbar. Nur das äussere, die Handlung ist sichtbar.

Auch bei Levi, sahen die Pharisäer nur das Äussere. Das was beobachtbar sich zeigte. Sie urteilten nach ihrer Gewohnheit und liessen sich nicht aus diesem Rahmen herausbrechen.

Darum spricht Jesus in ihrer eigenen für sie verständlichen Sprache: „Ich bin nicht für die gekommen die sich für gesund und gerecht halten. Sondern für die, die erkannt haben, dass ihr auf sich selbst bezogen sein, sie ausschliesst von der Gemeinschaft der Menschen im allgemeinen und von Gott.“

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