Lebhag oder Mauer?

Was heisst Gott suchen in dieser Welt?

-          in den Gedanken und Worten und Taten von Menschen mit denen ich

o   rede

o   arbeite

o   auf der Strasse begegne

o   beim Einkauf an der Kasse anstehe

o   bei einem Ausflug über die Aussicht staune

o   im Zug bei Stromausfall ausharre

o  

Gott finden wir nicht in auf Hochglanz polierten, theologisch lupenrein gefilterten Andachten, Predigten oder Gebetstreffen.

Gott finden wir in den trivialen Begegnungen auf der Strasse, an Hecken und Zäunen. Dort wo Menschen existenziell Not leiden. Da wo es nicht nach Veilchen oder Parfum riecht.

Gott ist dort zu finden wo das Essen verweigert wird weil der Mensch nicht in die Tischgemeinschaft passt.

Wir begegnen Gott wenn wir uns unserer Alltagssprache bedienen – das wusste schon Luther. Dort wo wir selber Fragen haben und diese laut aussprechend auch zugeben und uns nicht hinter hohlen Sprüchen verstecken.

Finde ich Gott in den Gedanken und Worten des Mannes der schmerzgeplagt im Spitalbett liegt und der das schöne Frühlingswetter nicht mehr sieht, weil seine Augen an die gegenüberliegende Wand genagelt sind? Erkenne ich sein Sehnen und sein Suchen nach Geborgenheit und menschlicher Wärme?

Erkenne ich Gottes suchen durch mich im Gegenüber? Höre ich die Antwort? Bin ich wachsam genug zu hören, zu verstehen und danach zu handeln?

Wie schnell bin ich mit meinen gutgemeinten zwischenmenschlichen Floskeln? Zwischenmenschliche Nähe baut sich nicht durch leblose Worte auf. Worte denen eine Handlung folgt gestalten die Beziehung.

Lebe ich selber hinter einem Lebhag oder hinter einer Mauer?

Lebe ich Gottes Wort durch mich hindurch zum Gegenüber?

Lebe ich selber so in Gottes Wort, dass ich das Fliessen nicht mehr zurückhalte?



 

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