Aus dem Nachdenken über das "Vater unser"

Sünde: Gottes Reich nicht wollen in diesem meinen Leben und nicht mithelfen am sozial tragfähigen Leben.

Dass wir das Führen, des mir geschenkten Lebens, nicht Gott überlassen wollen. Wir verstricken uns darin, den Kern des Glaubens wie eine wissenschaftliche These verfügbar machen zu wollen. So dass wir eine Glaubensformel hätten die uns Sicherheit und Ruhe gibt, weil wir dann überall und zu jederzeit Glauben zur Verfügung haben. Doch das Brot reicht nur für diesen Tag und muss morgen wieder gegessen werden.

So ist das Gebet keine magische Formel die es bei Bedarf, den ich selbst entscheide, ausspreche um die Situation zu klären, zu beruhigen oder mich und andere Menschen zu trösten.

Glaube ist das exakte Gegenteil von Sünde. Glaube verlässt alle sozialen Sicherheiten und lässt sich auf ein blindes und gehörloses tasten durch den Tag ein. Glaube ist ein Verhalten das täglich gelernt werden muss und nicht durch ein religiöses System konditioniert werden kann.

Abba mit geschlossenen Augen in die Luft auszusprechen ist im 21.Jhdt schon fast gefährlich geworden. Zu sagen, Gottes Stimme zu hören und ihr zu gehorchen, lässt auf ein psychisches Problem schliessen.

Wir beten nicht: Gib uns das Reich. Wir beten: Dein Reich (soll) komme(n) – wir wissen also nicht wie es ist, denn es kommt von Dir, Vater.

Wir beten: Dein Wille ereigne sich. Also nicht erfülle meinen Willen.  Wir bitten um etwas, von dem wir keine Ahnung haben bis es sich tatsächlich ereignet. Und dieses Erleben gilt fortan als Wahrheit zwischen Dir Vater und mir, genauso zwischen den Menschen die Dir vertrauen. Dein Wille ist in dem sich zwischen den Menschen ausbreitende Wort, dieses wird zu Deinem Reich in dem Du Dich heiligst/verherrlichst. Damit diese Dynamik vom Himmel zur Erde nicht ende. Du bist in Jesus Christus zu uns gekommen und kommst in Deinem Wort tagtäglich immer noch zu uns Menschen.

Wir beten: Wie im Himmel so auf Erden: ich beziehe das Höhere, den Himmel, auf das Niedere, die Erde. Das nicht fassbare auf das begreifbare. Das undurchdringbare auf das verfügbare.

Wir leben: Wie auf Erden so im Himmel, wir beziehen das kirchlich-soziale-System auf den Himmel. Damit beten wir zu uns selbst, nicht zum Schöpfer des Sichtbaren aus dem Nichts.

Geglaubte Wirklichkeit wird zu erlebter Wahrheit. Hoffnung ist das Betriebsmittel des Glaubens das jeden Tag neu in unser Leben strömen muss. So ist Glaube und Hoffnung aufeinander bezogen wie Himmel und Erde. Wir glauben was noch nicht ist und hoffen dass es ist/wird. Nicht durch Berechnung, Druck oder Zwang. Allein durch gegenseitiges dienen und für einander da Sein – in Liebe.

 

 

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