Dachbeschädigung ...
Für
meinen Gasgrill benötigte ich eine Gasflasche mit komprimiertem Gas.
Wenn der
Inhalt der Flasche aufgebraucht war, konnte ich die Flasche locker über die
Strasse zum Händler tragen und eine neue – nun wieder schwerere Gasflasche – einkaufen.
Das Gas, das darin war, kann niemand sehen oder mit den Händen greifen. Nur das
Gewicht zeigt an, dass etwas in der Flasche sein muss. Die Wirkkraft des Gases
ist erst zu sehen, wenn ich es zBsp. im Grill verbrenne …
In Mk 2 wird auch von einer unsichtbaren Energie berichtet. Die dort wirkende
Kraft, konnte von niemandem gesehen werden – erst als der Gelähmte Mann,
aufrecht mit seinem Bett durch die Menge aus dem Haus, durch dessen Dach er
hinabgelassen wurde, in sein neues Leben hinausschritt.
Der Gelähmte aus Mk 2,4; wurde durch das aufgebrochene und durchbrochene Dach
hinabgelassen (Dachbeschädigung – Sachbeschädigung). Er liess es an sich geschehen,
genauso wie die Vergebung der Sünden und der Wiederherstellung des Körpers. Als
Draufgabe, konnte der geheilte eine Aufgabe oder Verantwortung übernehmen – er trug
sein Bett nach Hause – und konnte durch die Menge der Menschen aufrecht hinausgehen.
Nichts belastete ihn.
Wie ist das heute? Wenn ein Mensch dem körperlichen Heilungszuspruch zum Trotz
nicht aufrecht weitergehen kann? Er glaubt – vertraut Gott – und sucht nach
körperlicher Heilung, die jedoch nicht eintrifft. Geht es hier nicht um mehr
als den Körper? Um Heilung der Beziehung zu Gott? Um Übernehmen von
Verantwortung – nicht im körperlichen vom Leiden erlösenden, wiederherstellendem
Sinn – im geistig geistlichen (spirituellen) Bereich? Dem Erleben der Gottes-Beziehung
das tiefer eingreift und unsichtbar bleibt?
Welches Dach muss in meinem Kopf
abgedeckt und durchbrochen werden, um meinen gelähmten Körper vor Gott zu
befreien? Und wo erlebe ich schon jetzt ein aufrecht gehen können, ohne mein
Ego im Glanz voranzustellen? Wie übernehme ich Verantwortung für meine
Mitmenschen und wo bin ich beteiligt am Durchgraben und Durchbrechen von
Hindernissen die andere daran hindert aufrecht und ohne Angst vor Gott zu stehen,
um das zu sein, was Gott mit ihnen meint?
Das Leid steht vor der Herrlichkeit. Ohne Zerrbruch gibt es keine Auferstehung –
kein aufrecht Gehen.